Kurze Geschichte der Spanierseelsorge
in der Diözese Augsburg
Sie beginnt im Jahr 1959, als der Kaplan Dreher von der Heilig-Geist-Pfarrei in Augsburg sich mit dem spanischen Priester Javier Lacarra in München in Verbindung setzt, um die religiöse Betreuung einer Gruppen von spanischen Arbeitern in Augsburg zu regeln. Schon 1960 feiern Lacarra und ein anderer spanischer Priester in Augsburg die Messe und halten verschiedene Versammlungen ab.

1961 feiert der deutsche Pfarrer Karl Pfennig, der die Pfarreien Laimering und Rieden betreut und gerade aus Spanien zurückgekehrt ist, einmal im Monat eine Messe für die Spanier in der Augsburger Pfarrei Sankt Simpert. Auch assistiert er bei einigen Trauungen.

Im August 1963 ernennt der frischgebackene Bischof von Augsburg, Josef Stimpfle, den - heute noch tätigen - Pallottinerpater Rafael Muñoz Luque aus Madrid zum Spanierseelsorger in der Diözese; ihm obliegt neben der Seelsorge zunächst auch noch die soziale Betreuung seiner Landsleute, wofür er sich in Zusammenarbeit mit der Diözesan-Caritas durch Fernstudium und Kurse qualifiziert. Später wird die Sozialbetreuung zunächst Frau Anneliese Hermann übertragen, die aber kein Spanisch spricht. Im Laufe der Jahre werden dann von Caritas auch spanische Sozialbetreuer angestellt.

1964 wird auf Betreiben von P. Rafael in den Räumen der Maria-Stern-Schule, Sterngasse 5, auch Spanischunterricht für die Kinder der spanischen Emigranten eingerichtet, der freitags von 14 bis 17 Uhr stattfindet; die Kinder sollten die Sprache und Gebräuche ihrer Heimat nicht vergessen.

Ebenfalls 1964 wird in den Räumen der Caritas, Auf dem Kreuz 41, ein Platz für die Spanische Katholische Mission zur Verfügung gestellt. Die Räumlichkeiten bestehen aus einem großen Saal mit Küche, der auch als erstes Spanierzentrum in Augsburg genutzt wird, sowie einem Büro, das gleichzeitig auch als Vorbereitungsraum für die religiösen Feierlichkeiten benützt wird.  Mit Unterstützung des spanischen Generalkonsulats und von Caritas erreicht P. Rafael, daß die Spanier ein eigenes, von der Misión unabhängiges Centro Español einrichten können. Auch die Spanische Mission bekommt am Jakobsplatz 3 (Jakobervorstadt) in einem Altbau schließlich ihre eigenen Räumlichkeiten, in denen sie viele Jahre hindurch untergebracht war.

Seit 1. Juni 1979 ist die Misión zusammen mit Italienern und Portugiesen in der neugebauten Domus Latina, Alte Gasse 15, untergebracht. Dort besteht die Möglichkeit, das Pfarreileben voll zu entwickeln, zumal wir seit September 1979 auch eine hauptamtliche Gemeindeassistentin, Frau Alicia Büdinger, haben. Hier treffen wir uns nach der sonntäglichen Eucharistiefeier, hier werden Vorbereitungskurse auf die Erstkommunion, Ehevorbereitungskurse, Sprachkurse, Nähkurse für Hausfrauen, Treffen von Jugendlichen usw. veranstaltet.

Seit Mai 1981 haben wir auch in Lindau im Bodensee Räumlichkeiten zur Verfügung, die eine intensivere Betreuung der Spanier in dieser Diözesanregion durch P. Rafael und Frau Büdinger ermöglichen.

In den letzten Jahren hat sich die Aufgabe der Misión verlagert: Sie betreut nicht nur die Landsleute aus Spanien, sondern auch die zahlreichen Christen aus den spanischsprachigen Ländern in Nord-, Mittel- und Südamerika, weswegen sie sich jetzt auch Pfarramt für die Spanischsprachigen nennt.

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Last update: 03.06.99